Umwelt-Kampagne auf Südtirols höchstem Berg
Saubermacher-Mitarbeiter Hanspeter Plazovnik aus Gralla startete gemeinsam mit seinen Bergkollegen Gernot und Hermann Gerhard wieder eine aufregende Bergtour. Es glückte mit der Besteigung des Ortlers (3.905 m) am 28. Juli ein bedeutender Gipfelsieg.
Doch das war den erfahrenen Bergsteigern noch lange nicht genug. Um auf die zunehmende Verschmutzung unserer Bergwelt aufmerksam zu machen, wurden auf allen Schutzhütten Plakate aufgehängt und Postkarten an Wanderer verteilt, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Müll aufrufen. Mit dem Slogan „Stop Littering“ auf den Drucksorten und dem Hinweis, wie lange Müll in der Natur liegen bleibt (Glas 4000 Jahre, Alu 500 Jahre, Kunststoff 300 Jahre, Zigarettenstummel 5 Jahre) wollten die „Saubermacher-Bergsteiger“ ihre Bergkollegen sensibilisieren, Müll zu vermeiden oder wenigstens wieder selbst mit ins Tal zu tragen. Diese Plakate wurden auf allen Hütten angebracht. Weiters wurden mit der gleichen Botschaft versehene Ansichtskarten verteilt und aufgelegt.
„Es ist unglaublich, wie viel Müll einfach achtlos weggeworfen wird. Gerade in diesen Höhen und Klimazonen brauchen verschiedene Reststoffe Jahrhunderte um zu verrotten“, so der Abfallexperte Hanspeter Plazovnik. Im Unterschied zur letztjährigen Besteigung und Säuberung des „Mont Blancs“ war Hanspeter Plazovnik jedoch positiv angetan: „Ich war überrascht wie sauber der Ortler im Gegensatz zum Mont Blanc war. In regelmäßigen Abständen wird der Müll von der Peyer Hütte mit dem Hubschrauber zu Tal gebracht und fachgerecht entsorgt.“
„Es sollte für einen verantwortungsbewussten Bergsteiger selbstverständlich sein. Mitgebrachtes wieder zum Ausgangspunkt zurückzubringen und fachgerecht zu entsorgen, um auch künftigen Bergsteigern eine unberührte Berglandschaft zu bieten“, so Plazovnik weiter. „Wir hoffen, mit unserer Aktion Bewusstsein zu schaffen und auf die Problematik aufmerksam machen zu können“, erläutert Hanspeter Plazovnik seine Motive.
Über den Berg:
Der Ortler (italienisch Ortles) ist mit einer Höhe von 3.905 m die höchste Erhebung der italienischen Provinz Südtirol und der Region Tirol. Der größtenteils aus Hauptdolomit aufgebaute, stark vergletscherte Berg ist der Hauptgipfel der Ortleralpen, einer Gebirgsgruppe der Südlichen Ostalpen. Seine Erstbesteigung auf Befehl von Erzherzog Johann von Österreich im Jahre 1804 zählte zu den bedeutendsten alpinistischen Ereignissen dieser Zeit. Während des Ersten Weltkriegs war der Berg vom österreichischen Militär besetzt und trug die mit mehreren Geschützen ausgestattete höchste Stellung dieses Krieges. Heute gilt der Ortler unter Bergsteigern als eines der bedeutendsten Gipfelziele der Ostalpen. Alle Routen zum Gipfel sind anspruchsvolle Hochtouren, von denen der Normalweg von Norden die am meisten begangene ist. Alpinistisch bedeutend ist auch die Nordwand des Berges, die als größte Eiswand der Ostalpen gilt.












